Praxis Gleichgewicht

Psychotherapie – Coaching – Massage

Autor: Sylvia Seite 2 von 14

Olive – 23 – Olive

“Den Zweig des Ölbaumes überbringt die Taube Noah als Zeichen,

dass die Sintflut zu Ende ist

und normale Lebensverhältnisse auf der Erde einkehren.”

(aus “Die original Bachblüten-Therapie von Mechthild Scheffer)

Die Überlieferung besagt, dass die Sintflut nicht 23, nicht 230, sondern 320 Tage dauerte. Nach dieser seelischen und körperlichen Erschöpfung gehen die Menschen und Tiere an Land und spüren neue Kraft und Regeneration.

© Sylvia

Oak – 22 – Eiche

OAK, der Ober Akkurate Kämpfer, hatte 22 Jahre und jeden Abend bis 22 Uhr in der Eichenmöbelfabrik gearbeitet. Mit Burnout kam er zu mir, steif und verkrampft. “Wenn das Möbelstück nunmal nicht fertig ist, dann mache ich eben länger”, meinte er. Nach der Sitzung zimmerte er sich einen Schlagbaum aus Eichenholz, um seine Grenze besser zu erkennen.

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Mustard – 21 – Ackersenf

Mustafa machte sich mit 21 vom Acker – sein Vater hatte zu allem seinen Senf abzugeben, davon hatte er genug. Er sehnte sich nach Freiheit und etwas kühleren Temperaturen, verließ Algerien und nahm eine Stelle als Vermessungsingenieur in Norwegen an. Obwohl ihm sein Beruf Freude machte und er sein neues Leben genoss, fühlt er sich aus heiterem Himmel bedrückt und schwermütig. Es war beinahe unerträglich für ihn.

Ole, sein Kollege, nahm ihn eines Tages mit zu einer Würstchenbude und nachdem er Unmengen Senf auf seiner Wurst verzehrt hatte, fand er seine heitere Stimmung, Fröhlichkeit und gute Laune wieder.

Erst viele Jahre später konnte er in dieser schwarzen Phase einen Sinn erkennen – sie ermöglichte ihm einen großen Schritt in seiner Entwicklung. Außerdem war aus ihm ein sehr guter Tangotänzer geworden, der ein Wissen um Melancholie und Lebensfreude hatte.

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Angst vor dem Tod

Je größer das Gefühl von ungelebtem Leben,

desto größer die Angst vor dem Tod.

Irvin D. Yalom

Aus seinem neuen Buch:

Wie man wird, was man ist – Memoiren eines Psychotherapeuten

Mimulus – 20 – gefleckte Gauklerblume

Mimulus Omnibus Fidibus, 2020 wird der Gaukler mit seinem gefleckten Blumenumhang, Mut und Tapferkeit wieder seine Runden durch die Stadt drehen und keiner wird ahnen, dass er im Kern sehr sensibel, schüchtern, im Grunde seines Herzens noch ein Kind mit vielen Ängsten ist, welches abends einfach nur seinen Rückzug braucht.

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Larch – 19 – Lärche

An einem wunderschönen, sonnigen Herbsttag hatte ich ein Gespräch mit der Lärche am Waldrand. Sie schien mir traurig zu sein und ich fragte sie, was denn los sei. Schließlich berichtete sie mir zögerlich: “Ach, ich bin 1919 geboren und nun schon 100 Jahre alt, aber jedes Jahr das selbe. Alle anderen Nadelbäume stehen in voller Pracht, Kraft und Grünheit da, geben einen so schönen Kontrast zum Schnee und ich? Ich kann das einfach nicht. Meine Nadeln werden welk, fallen ab und machen nur Sauerei auf dem Waldboden. Außerdem fühle mich dann nackt, jeder sieht mein zartes Geäst und wahrscheinlich sieht mich keiner an. Aber okay, ist ja auch nicht so wichtig.” Ich bat sie kurz zu warten, entfernte mich 100 Meter und kam mit einem Foto vom ganzen Waldrand zurück, auf dem sie wundervoll gelb und herausragend leuchtete. In der Zwischenzeit hatte sie sich noch mit einer englischen Tanne nebenan unterhalten, die ihr sagte: “Ach, Larch, ich beneide dich so um your beautiful colour and du musst nie die Schneelast tragen auf deine Nadeln” … so erlangte die Lärche schließlich die Erkenntnis, dass sie wertvoll ist und bekam mehr Selbstvertrauen und Freude an ihrer Kreativität.

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Bachblüten …

Je feiner und subtiler etwas ist, desto kräftiger ist es. Deshalb vermag es in Dinge hinein zu wirken, die gröber sind und damit unter ihm sind.

(Meister Eckhart)

Stück für Stück arbeite ich mich gerade durch die Welt der Blüten, die Dr. Edward Bach entdeckt und erforscht hat. In der Rubrik “Bachblüten” sind meine Geschichten zu jeder Blüte zu finden.

Willkommen!

Impatiens* – 18 – Springkraut

Patience (Geduld) ist nicht zwangsläufig mit dem Erreichen der mit 18 erreichten formellen Volljährigkeit verbunden, vielfach treffen wir Ungeduld, Im-patience und Sprunghaftigkeit an. Fast wie das Springkraut platzen manche, vor allem im Hirn sehr schnelle Menschen, beinahe vor Ungeduld und innerer Spannung und finden alle anderen viel zu langsam, im Reden, im Arbeiten und überhaupt.

Piet Klocke spielt das so schön in seiner Abhandlung über die Hummel, er spricht seine Sätze nicht zu Ende, demonstriert uns diese unglaubliche innere Anspannung und Ungeduld mit anderen Menschen und .. in diesem Falle der Hummel.

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Hornbeam – 17 – Hainbuche

Der 17-jährige Horst, Lehrling bei Gartenbauer Hain Bucher, schlendert am Montagmorgen lustlos und unmotiviert über den Rasen der Parkanlage, in einer Hand die Heckenschere, in der anderen die Kabeltrommel. Jedes mal dasselbe, diese verflixte 170 Meter lange Hainbuche wächst schneller, als man denken kann und fordert diese unglaublich eintönige, langweilige Arbeit: tagelanges Entlanggehen an der Hecke, bedachtes Schneiden unter Beachtung einer einheitliche Höhe und Dicke, Aushalten des permanenten Heckenscherengeräusches …. er ist sich ganz sicher, dass diese Arbeit sehr anstrengend werden wird und weiß nicht, ob er das schaffen kann. “Warum kann ich mich hier nicht wegbeamen?” Er reißt eine Hornbeam-Blüte ab, geht ins Park-Café und jammert dem Kellner vor: Erst mal brauche ich einen Kaffee und eine Zigarette, vorher geht gar nichts. Im Radio läuft seine Lieblingsmusik, sein Blick fällt auf die Blüte und plötzlich lächelt er. Voller Vitalität, Tatendrang und Frische geht er zu seiner Heckenschere und arbeitet stundenlang rhythmisch und beinahe kraftfrei an der Hecke. Mangels Volljährigkeit konnte man ihn nicht belangen, .. er hatte sie mit allerlei Wellenmuster geschnitten ..

© Sylvia

Honeysuckle – 16 – Geissblatt

Voller Sehnsucht denke ich an mein honigsüßes (Honey) Leben mit 16, als ich wie eine junge Geiss über das ein oder andere Blatt gehüpft bin .. damals war alles gut und auch 50 Jahre später bewahre ich noch die Schuhe auf, ziehe sie gelegentlich an und denke dabei an meinen ersten und gleichzeitig letzten Heiratsantrag … ach, damals war einfach alles besser als in der Gegenwart.

© Sylvia

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